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der club der toten weicheierInhaltHier brennt es. Gewalt an einer Schule. Die Jungs prügeln sich, ein Mädchen wird belästigt, ein "Weichei" wird erpresst, ein Messer ist zu sehen. Julia, die Hauptfigur unseres Kurzfilms, beobachtet das alles mit großem Unbehagen. Ihre Freunde und Klassenkameraden, Christian und Alex, sind auch beteiligt. Auf die Frage ihres Lehrers, ob denn alles klar ist, weiß sie aber nur mit "Ja, ja, alles klar!" zu antworten. Hat sie Angst? Julia geht nach Hause und haut sich vor die Glotze. Sie zappt wild durch die Fernsehprogramme und bleibt bei einer Nachrichtensendung hängen, der Moderator nennt den Namen ihrer Schule. Hier erfährt sie, dass ihr Direktor neue Wege bei der Bekämpfung der alltäglichen Gewalt an seiner Schule gehen will. "Zero tolerance", "Null Toleranz!" heißt die Zauberformel, eine aus New York importierte und vom dortigen Bürgermeister abgekupferte Radikalkur. Jede Form von Gewalt, ob Beleidigung, Mobbing, Belästigung, Waffenbesitz oder körperliche Übergriffe, jedes Gewaltdelikt wird ohne Frage nach dem Warum sofort mit einem Verweis von der Schule geahndet. Alles wird gut? Der Kunstunterricht ist zu Ende. Julia verabredet sich mit Christian zum Schwimmen, was Alex anscheinend gar nicht passt. Der Schuldirektor betritt das Klassenzimmer, er wirkt betroffen. "Wer war's?" Ein Schüler zeigt mit dem Finger auf eine Mitschülerin. "Sie war's!" Sie wird eines Vergehens angeklagt, das für den Zuschauer im Verborgenen bleibt. Ohne viel Aufhebens wird Fräulein Lechner der Schule verwiesen. Die Klasse ist schockiert. Auch der Klassenlehrer fühlt sich sichtlich unwohl in seiner Haut, doch er schweigt. Zero tolerance? Zwei Monate später. Eine Reinigungsfachkraft wischt durch die Flure. Die Schule erstrahlt in neuem Glanz. Alles ist ruhig. Die unheimliche Ruhe vor dem Sturm? Julia, Christian und Alex sind im Schwimmbad. Alex versucht Christian zu ärgern, ohne jedoch die Grenze zur verbalen Gewalt zu überschreiten. Die neue Regelung treibt wilde Blüten. Die Gespräche der Jungs sind voll blanker Ironie und Stilblüten im Konjunktiv, deshalb aber nicht minder verletzend, und Julia geht das gewaltig auf die Nerven. "Psst, 'gewaltig', das sagt man doch nicht!" Oder? Julia flüchtet wieder vor den Fernseher und zieht sich einen Horrorfilm rein, was ihr offensichtlich Freude bereitet. Auch eine Lösung? Umschnitt in das Jungenklo der Schule. Christian raucht, als überraschend Julia und Alex auftauchen. Auch die wollen eine paffen, aber Alex hat nur noch eine Kippe, und da muss Julia halt mit aufs Jungenklo. Christian versteckt sich. Julia und Alex lassen sich lustige Schimpfwörter einfallen, um sich gegenseitig hochzunehmen. Doch eigentlich will Alex Julia nur anmachen, was ihr nicht gerade missfällt. Christian ist eifersüchtig. Er kommt aus seinem Versteck hervor und droht, die beiden bei der Schulleitung wegen ihrer Verbalausfälle zu verpetzen. Alex versucht ihn zu beruhigen, doch es kommt zur Prügelei. Just in dem Moment betritt der Klassenlehrer den Raum. Julia stellt sich schützend vor Christian. Doch keine Diskussion, alle kennen die Regeln, beide fliegen von der Schule. Julia ist konsterniert. Was soll sie jetzt machen? Der Schuldirektor führt die beiden Raufbolde aus der Schule, als hinter ihnen ein Stuhl krachend zu Boden fällt. Die drei sind zu Tode erschrocken. Die Kamera schneidet um. Wir sehen Julia, die sich provozierend aus dem Fenster lehnt. Sie hat den Stuhl geschmissen. Sie wehrt sich mit Gewalt gegen "zero tolerance". Da werden die Fenster aufgerissen, die Schülerinnen und Schüler brüllen "Zero tolerance", alle haben einen Stuhl in der Hand. Der Klassenlehrer tritt dazu, er blickt besorgt zu seinem Direktor und den beiden Jungs herab, und da nimmt auch er einen Stuhl in die Hand und demonstriert somit Loyalität mit den Schülern. Ende. Und wie könnte es jetzt weiter gehen? |