krabat

plakat krabat

nach otfried preußler

vierzehn jahre ist krabat. zu alt, um noch als kind zu gelten und zu jung, um wie ein erwachsener behandelt zu werden! also mitten drin im sogenannten "schwierigen alter", in dem man mädchen noch doof findet, aber schon ganz genau in augenschein nimmt. aus der reserve heraus - versteht sich! man ist so ziemlich "gegen alles und jeden", und hat keinen richtigen plan "wofür" man auf der anderen seite eigentlich ist. man fragt und weiß nicht wonach, man zweifelt und weiß nicht woran. kurz, alles ist im umbruch, alles ist in aufruhr, und die schonerwachsenen möchten den nochnichterwachsenen am liebsten ein schild um den hals hängen: "wegen umbau geschlossen!"

dieser junge, krabat, kommt in eine mühle und möchte dort eigentlich lehrling werden. aber irgend etwas stimmt nicht: der meister ist ein ziemlicher tyrann und hat seine anderen lehrlinge voll an der kandarre; alle kuschen vor ihm, keiner traut sich, fragen zu stellen; alle haben sich scheinbar mit dem system arrangiert.

und trotzdem findet krabat unter den müllergesellen einen freund, seinen besten freund!, der ihn gegen alle reglements in der mühle unterstützt, der ihm hilft, der zu ihm hält. und dieser freund, tonda, stirbt auf mysteriöse weise in krabats erster silvesternacht an der mühle. der verlust trifft ihn unglaublich schwer, umso schwerer, als alle anderen gesellen nach dem "mord" so tun, als habe es nie einen tonda auf der mühle gegeben.

krabat gibt sich mit dieser ignoranz nicht zufrieden. er forscht nach und zieht den argwohn des meisters auf sich. krabat wird von alpträumen verfolgt und findet heraus, dass der meister dafür verantwortlich ist. er verliebt sich und muss lernen, dass diese persönliche freiheit dem meister gar nicht passt, dass er versucht, diese aufkeimende romanze sogar zu unterbinden, denn tyrannei funktioniert nur dort, wo selbstständiges denken und eigenständiges gefühlsleben nicht stattfinden.

prompt stirbt ein anderer freund krabats in der zweiten silvesternacht. wieder auf höchst mysteriöse weise. wieder wird der mord von den mitgesellen unter den teppich gekehrt. krabats verdacht, der meister sei dafür verantwortlich, stärkt sich. aber anders als in den vorjahren: er beginnt initiative zu ergreifen; er lernt wie verrückt, um den meister mit seinen eigenen waffen zu schlagen; er wird rebellisch, lehnt sich regelrecht gegen den meister auf und riskiert dabei, das nächste silvesteropfer zu werden.

kurzum, er widersetzt sich dem system, hört nicht auf fragen zu stellen, lernt selbstvertrauen und mut, lernt zwischenmenschliche verantwortung zu übernehmen und ist schon mitten drin im erwachsensein...

in einer inszenierung von bernhard wendel spielen janine göckel, thorsten herberger, andré kistner, ignaz rutter und niklas weber

premiere am 2. märz 2001

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